Was alle über die Schlaraffia wissen sollten



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Saarbrücken

Die Heimat der Schlaraffia Sarebrucca

Kennt ihr Saarbrücken? Nein! Dann habt ihr in Kürze Gelegenheit, diese Stadt nicht nur kennen zu lernen, sondern auch von der Geschichte dieser Stadt im Dreiländereck zwischen Blies, Saar und Mosel einiges zu erfahren.
Die Geschichte unserer jung geblieben Stadt reicht weit mehr als 1000 Jahre zurück, und zwar viel weiter als in das Jahr 999, ihrer erstmaligen urkundlichen Erwähnung. Übrigens, die Saarbrücker selbst nach dem Ursprung des Namens befragt, können größtenteils keine korrekte Auskunft darüber geben. Mit dem Fluß, der Saar, hat es natürlich zu tun, aber mit den mittlerweile vielfach vorhandenen Brücken jedoch nicht. Zwischen dem 6. Jahrhundert und dem Jahre 1548, in dem die älteste, heute noch vorhandene "Alte Brücke" fertiggestellt wurde, konnte man den Fluß allenfalls durch eine Furt oder mittels einer Fähre überqueren.
In eben diesem Fluß, also der Saar, stand bis weit in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ein Felsen, ein "Brocken", und auf diesem das "Castellum Sarabrucca", die Festung auf dem Felsen im Fluß. Dieser Felsen samt der daraufstehenden Schloßmauer wurde in den besagten Sechzigern zugunsten der heutigen Stadtautobahn zurückgebaut. Die Schneeschmelze in den Vogesen, wo der Fluß entspringt, verbunden mit starken Regenfällen im Flachland sorgt im Frühling oftmals dafür, daß die Stadtautobahn zum "größten Nebenfluß der Saar" wird.
Aber Spaß beiseite, Saarbrücken, seit 1909 durch den Zusammenschluß der ehemaligen Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach zur Großstadt geworden, ist heute mit etwa 200 000 Einwohnern die Landeshauptstadt des Saarlandes. Man sagt, sie sei die französischste Stadt der Bundesrepublik Deutschland. Aber keine Angst, liebe Gäste, Ihr braucht Euere Französisch Kenntnisse nicht herauszukramen, geschweige denn aufzupolieren. In Saarbrücken wird deutsch gesprochen.
Durch den häufigen, zumeist unfreiwilligen Wechsel zwischen Frankreich und Deutschland und durch die stets gegenwärtige Grenznähe zu Frankreich - insgesamt sind 19 Kilometer der Stadtgrenze auch Landesgrenze - haben die Saarbrücker ein ganz besonderes, vorwiegend positives Verhältnis zum Nachbarn. Das drückt sich auch nicht zuletzt in der Lebensart, dem "savoir vivre" aus. In Saarbrücken ist nun mal vieles anders als anderswo. Von dieser Einstellung zeugt auch ein Motto der Saarbrücker, das da heißt: " Zuerscht gudd gess und getrunk, das bissje geschafft hann mir dann schnell." Das läßt insgesamt auf eine positive Lebenseinstellung schließen, die nicht nur auf der Liebe zu kulinarischen Genüssen beruht.
Saarbrücken muß man nicht nur kennen, man muß es auch erleben.

Saarbrücken St. Johanner Markt mit barockem Brunnen
Nicht nur wegen der vielfältigen Gastronomie, von der Hausmannskost bis zu Cuisine Gourmet, die sehr viel zu bieten hat, ist die Stadt immer und immer wieder einen Besuch wert. Man muß über den St. Johanner Markt, das "Wohnzimmer oder die gudd Stubb" der Stadt flanieren. Dort trifft man sich mit Freunden und Bekannten gern zu einem Bier oder gutem Essen in einer der vielen Kneipen und Restaurants aber auch im Freien. Im Freien deswegen, weil der Saarbrücker es liebt, zu sehen und gesehen zu werden.
Schaut Euch außerdem das Rathaus von St. Johann, den Verwaltungssitz der Oberbürgermeisterin an. Es ist eines der schönsten Rathäuser in der gesamten Republik. Erbaut wurde es zwischen 1897 und 1900 im historisierenden Stil nach Plänen von Georg von Hauberisser, der auch für die Rathäuser in Kaufbeuren, Wiesbaden und München planerisch verantwortlich zeichnete.
Wandelt auf den Spuren des barocken Baumeisters Friedrich Joachim Stengel, der im Auftrag des Fürsten Wilhelm-Heinrich von Nassau-Saarbrücken und seines Sohnes viel Sehenswertes gebaut und uns hinterlassen hat. So zum Beispiel die Ludwigskirche. In ihrer Art als Kirche weltweit wohl einmalig, genauso wie das Gesamtensemble des Platzes mit den Bürger-Palais auf dem sie steht. Wahrlich ein königlicher Platz!   Großes Bild? Bitte klicken. 
Ein Muß auch das ehemals barocke Fürstenschloß. Im 18. Jahrhundert einer der schönsten Fürstensitze im südwestlichen Raum. Hier sind heute nach einer Restaurierung als "Bürgerschloß" die Baustile dreier aufeinanderfolgender Jahrhunderte harmonisch miteinander verbunden. So jedenfalls sehen es die Befürworter der Restaurierung. Dabei steht der Betrachter des Schlosses auf dem "Platz des unsichtbaren Mahnmals", der nach der Wiedervereinigung im Jahre 1989 von Professor Jochen Gerz mit seinen Studenten geschaffen wurde und an die Opfer der uhufinsteren Zeit erinnern soll.
Von Großmut und Toleranz des zuvor erwähnten Fürsten zeugt auch die barocke katholische Pfarrkirche St. Johann. Obwohl das Fürstentum Saarbrücken seit 1575 evangelisch war, gestattete und unterstützte Wilhelm-Heinrich den Bau dieser Kirche. Im Jahre 1975 wurde dieses Gotteshaus von Papst Paul VI. zur Basilika erhoben. Davon zeugen u.a. das Schirmchen rechts, und das Glöckchen links des Altares. Eine Besonderheit ist auch die Darstellung des "apokalyptischen Weibes" auf einem der Seitenaltäre. Nicht zu vergessen die dreiteilige Orgel mit Zimbelstern und amerikanischem Glockenspiel.
Außerdem lohnt sich immer ein Besuch des Stadtteiles St. Arnual und der Stiftskirche aus dem 13. Jahrhundert mit ihren einzigartigen Grabstätten der Grafen von Nassau-Saarbrücken und Herren von Commercy. Dabei wird man feststellen können, daß die Saarbrücker sprichwörtlich "die Kirche im Dorf gelassen haben."
Ältestes Gotteshaus der Stadt ist jedoch die Deutschherrenkapelle. Sie wurde zwischen 1236 und 1248 erbaut. In Saarbrücken befand sich von 1227 bis 1793 eine Kommende des Deutschen Ordens. Die Saarbrücker Kommende ging auf eine Schenkung des Grafen Simon III. im Jahre 1227 zurück und wurde durch die Truppen Napoleons 1793 aufgelöst. Heute befindet sich am Ordensgut ein Jugendhilfezentrum der Stadt Saarbrücken, wobei die gut erhaltene Kapelle für Gottesdienste, aber auch für private Feierlichkeiten aller Art genutzt wird.
Der Charme der Stadt liegt weitgehend auch begründet in der Region, d.h. in der Nähe zu Frankreich und Luxemburg. Wo die Stadt aufhört, beginnt bereits Frankreich. Auf den heute in Frankreich gelegenen "Spicherer Höhen" fand am 06. August 1870 eine der entscheidenden Schlachten zwischen Preußen und Frankreich statt. Mehrere tausend Tote und Verletzte waren das Resultat eines einzigen schrecklichen Tages. Unvergessen dabei der selbstlose, humanitäre Einsatz einer Dienstmagd. Sie, die Katharina Weisgerber hieß, aber nur "Schultze Kathrin" genannt wurde, liegt auf dem Soldatenfriedhof im Ehrental des Deutsch-Französischen Gartens.
Dieser Garten, auf Initiative des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle und des Bundeskanzlers Konrad Adenauer im Jahre 1960 eingeweiht, ist heute noch eine Begegnungsstätte der ehemaligen Erzfeinde Frankreich und Deutschland. Gleiches gilt heute für die Spicherer Höhen, wo man sich gerne im Traditionsrestaurant Woll zu gutem Essen, Trinken und einem nachbarschaftlichen Plausch trifft. Ein absolutes Muß für den, der Saarbrücken besucht.
Daneben lädt die Grenzstadt Saargemünd (Sarreguemines) zum Besuch ein. Sie erreicht man auch per Schiff durch viele, heute noch handbetriebenen Schleusen auf der Saar. Das Städtchen lädt zum Bummel durch die schöne Fußgängerzone und zum Besuch eines Steingut- und Porzellanmuseums ein. Spätestens nach diesem Museumsbesuch weiß man auch, warum eine Frau in Sarreguemines den Hut nicht schief aufsetzen sollte. Die Anreise ist außerdem mit der modernen Saarbahn von Saarbrücken aus möglich. Das Besondere an dieser Tram ist, daß sie außerhalb des Saarbrücker Stadtgebietes die Schienen der Bundesbahn und auf französischem Hoheitsgebiet die der französischen Nationalbahn benutzt.
Auch zum Großherzogtum Luxemburg mit seiner Metropole, dem "Gibraltar des Nordens", ist es nur ein Katzensprung. Die Stadt Luxemburg mit seiner Altstadt und dem Kirchberg mit all seinen Europäischen Institutionen ist ein Magnet für unzählige Besucher aus Nah und Fern. Luxemburg sollte man gesehen haben. Vielleicht reicht bei einer Visite auch die Zeit, das Grab von Wilhelm Voigt, der als "Hauptmann von Köpenick" in die Geschichte einging, und die letzte Ruhestätte von Johann dem Blinden, Graf von Luxemburg und König von Böhmen in der Krypta der Kathedrale "Notre Dame" zu besuchen.
Wir haben natürlich Vorsorge dafür getroffen, Euch bei Eurem Besuch Stadt und Region, die sog. "Saar-Lor-Lux-Region", unter fachkundiger Führung vorstellen zu können. Ihr braucht nur zu kommen und das Angebot anzunehmen. Außerdem besteht die Möglichkeit, am 06.04. bei unserer liebreizenden Tochter, der Fulkolinga, und am 07.04. im hohen Reyche Palatium Barbarossae einzureiten.
Zur Entstehung unseres Reyches und zu unserer Geschichte werdet Ihr während der Festsippung mehr erfahren. Diese wollen wir am Samstagabend, den 08.04. in der Congresshalle in Saarbrücken mit Euch zusammen gar feyerlich zelebrieren. Das Fest wird am Sonntag mit einer musikalischen Darbietung des Allschlaraffischen Symphonie-Orchesters ausklingen.
Also sattelt Eure Rosse zum Ritt gen Saarbrücken

Eure Sarebrucca !

Rt. Galoppo, Reychsberichterstatter


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